Grün ist das Gras, gelb die Sonne, blau der Himmel, oder vielleicht doch nicht? -

Frei ist man nur im Geiste und in der Kunst! - Frei ist die kindliche Phantasie, die es zu bewahren geht.

Die Kinder ab 5-12J. und Jugendliche im Alter von 13-16J. lernen in kleinen Gruppen ihre Träume und Visionen, ihre Sichtweise und Wahrnehmung durch die Bildende Kunst mitzuteilen und werden durch die akademisch ausgebildeten und profesionellen Künstlerinnen und Künstlern bei der Umsetzung ihrer selbstständigen und schöpferischen Gedanken unterstützt.

Die Bildende Kunst macht Kinder und Jugendliche mit der Sprache einzelner Kunstformen vertraut. Malen, Zeichnen und Bildhauen fördern Vorstellungskraft, räumliches Denken und strukturiertes Planen. Im Ausprobieren eigener Ideen und neuer Techniken entfaltet sich schöpferisches Potenzial, das weit in das spätere (Berufs-)Leben hineinwirkt. Über die Verformung von Materialien und die Veränderung von Räumen erfahren Kinder und Jugendliche sich selbst als produktive Gestalter und wachsen mit ihren Werken über sich hinaus.
Eine wichtige Ebene ist die Begegnung von Kindern mit Kunst, Kunstwerken und Künstlern. Sie regt die Gestaltungsfreude zusätzlich an und motiviert Kinder, selbst als „Künstler“ in Erscheinung zu treten.

Durch das Betrachten von Kunstwerken und die Auseinandersetzung mit Bildern und Skulpturen im Umfeld wird die Wahrnehmungs- und Differenzierungsfähigkeit der Kinder geschult (Becker-Textor 1992). Zudem lernen Kinder durch die Auseinandersetzung mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern, andere Wege des Ausdrucks zu respektieren, und erhalten so ein Grundverständnis dafür, dass das, was Kunst ist und als künstlerisch wertvoll gilt, letztlich im Auge des Betrachters liegt. 

Warum brauchen Kinder Kunst?

Dass Kunst für Kinder weit mehr ist als bloßer angenehmer Zeitvertreib, erläutert die Lehrstuhlinhaberin für Kunstpädagogik Universität Augsburg Prof. Dr. Constanze Kirchner.

Kinder zeichnen und malen meist lustvoll und aus eigenem Antrieb. Dies hat entwicklungspsychologische Ursachen: Kinder verarbeiten, ordnen und strukturieren ihre Erlebnisse bildnerisch. Gestalten bedeutet, Ereignisse deutlich verlangsamt zu verarbeiten. Eine Szene muss in einzelne Abschnitte gegliedert auf Papier gebracht werden. Dadurch wird der Verarbeitungsprozess intensiviert. Innere Welten, über die sonst nicht gesprochen wird, können so kommuniziert werden. Gestalten heißt auch, bildnerisch in Dialog zu treten, eine Brücke von innen nach außen zu bauen, etwas hervorzubringen, das als Gegenüber kommunizierbar wird. Zugleich werden beim bildnerischen Tun aktiv innere Bilder und Fantasien entwickelt. Dies ist besonders wichtig, weil das Vorstellungsvermögen durch den alltäglichen Medienkonsum geschwächt wird. Denn die schnellen Medienbilder müssen passiv verfolgt werden, um sie zu verstehen, womit das eigene Imaginieren – wie beim Lesen, Träumen, Spielen, Bilder anschauen usw. – verloren geht. Das Sprechen über Bilder und Kunstwerke erlaubt Sinn zu stiften und fördert die Sprachentwicklung. Kunst macht Mut, unkonventionelle Lösungen zu entwickeln und Risikobereitschaft im Experimentieren zu zeigen. Werden Kreativität und Imaginationskraft gefördert, wächst der Ideenreichtum, flexibles Denken wird ausgebildet. Anstrengung und Ausdauer beim Herstellen eines Bildes vermitteln Kompetenzgefühle. Ist ein Werk vollbracht, stellen sich Stolz und Selbstbewusstsein ein. Deshalb: Kinder brauchen Kunst!

Quelle: Universität Augsburg

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